Welche Rolle spielt das Geschlecht beim Thema Frieden? Ist die „friedfertige Frau“ nur ein Klischee oder setzen Frauen Frieden wirklich anders um? Sieht ein frauengemachter Frieden anders aus und ist er womöglich beständiger? Die diesjährigen Brunecker Frauen.Gespräche zum internationalen Frauentag beleuchten ein Thema, das man oft nur Männern zutraut. Die Veranstaltung findet am 9. März um 19.30 Uhr im Ragenhaus Bruneck statt.
Seit der erstmaligen Vergabe des Friedensnobelpreises im Jahr 1901 wurden bis zum Jahr 2025 neben 31 Organisationen 112 Personen damit ausgezeichnet, davon 92 Männer und lediglich 20 Frauen. Zahlen, die danach fragen lassen, worin die Ursache dafür liegt? Sind Frauen wirklich ungeschickter im Frieden-Machen oder liegt das große Manko eher darin, dass ihnen – anders als Männern - das erforderliche Netzwerk fehlt, um sich auch in Sachen Frieden Gehör und Einfluss zu verschaffen? Dabei belegen doch viele Studien, dass Frauen Konflikten weniger konfrontativ und dialogbereiter begegnen, während Männer schneller Konfrontation oder gar Krieg als Lösung in Betracht ziehen.
Unabhängig davon stellt sich zudem die Frage, wann und wo Frieden oder friedenstiftendes Agieren beginnen. Sind nachhaltiges und soziales Denken und Handeln nicht auch ein Friedensgarant, noch bevor Konflikte überhaupt danach verlangen? Und welches ist wohl hier das sogenannte starke Geschlecht?
Bei der Veranstaltung am Montag, 9. März mit Beginn um 19.30 Uhr im Ragenhaus in Bruneck erklärt die Oberschullehrerin und feministische Aktivistin Heidi Hintner zunächst den Zusammenhang zwischen Frauenbewegung und Friedensbewegung. In der anschließenden Podiumsdiskussion diskutieren die Philosophin Nicoletta Cusano, die Musikerin Alena Savina und die Architektin und Künstlerin Rina Treml zusammen mit Moderatorin Judith Steinmair über die unterschiedlichen Facetten des Friedens und warum selbst Frieden eine laute Lobby zu brauchen scheint. Sie zeigen anhand persönlicher Erfahrungen auf, dass Philosophie, Musik und Kunst, Aufklärung, Wissensvermittlung und reflektiertes Vorsorgen zwar die leisen, aber nicht selten die wirksameren Mittel für einen langanhaltenden Frieden sind.
Stadträtin Stefanie Peintner unterstreicht: „Wir möchten aufzeigen, dass Frauen nicht nur zu lokalpolitischen Themen etwas zu sagen haben. Mit „Frieden“ bringen wir dieses Jahr ein weltpolitisch höchstaktuelles Thema auf das Podium der Brunecker Frauen.Gespräche und bieten insbesondere dem frauengemachten Frieden eine Bühne. Die Welt täte gut daran, mehr weibliche Denkmuster in Friedensverhandlungen miteinfließen zu lassen.“ Sie lädt zusammen mit den Organisatorinnen von Stadtgemeinde, Stadtbibliothek, des Club Soroptimist, des NOBIS und der Raiffeisenkasse Bruneck alle Interessierten herzlich zu einem Abend im Zeichen des Friedens nach „Frauenart“ ein.
Zum Thema „Frauen und Frieden“ ist in der Stadtbibliothek Bruneck vom 2. bis 31.März 2026 ein Medienfundus zum Nachlesen und Sich-Weiterbilden bereitgestellt.
Hier sehen Sie den Flyer der Veranstaltung: Frauen und Frieden