Bei den Brunecker Frauen.Gesprächen, am 9. März 2026 wurde das Thema Frauen und Frieden behandelt, das sich, wie schon der Titel der Veranstaltung „Frauen und Frieden. Frauenbewegung als Friedensbewegung“ versprach als äußerst vielschichtig erwies.
Mit großer Freude und Demut begrüßte Stadträtin Stefanie Peintner das zahlreiche Publikum, die Referentinnen und Mitorganisatorinnen der 16. Ausgabe der Frauen.Gespräche. „Wir erleben gerade, wie fragil Frieden ist und wie unterrepräsentiert Frauen dort sind, wo Frieden gestaltet werden könnte. Frauengemachter Frieden ist oft leise, ist Dialog, soziale Gerechtigkeit und äußert sich in der Art, wie wir miteinander umgehen“, so die Stadträtin. Grußworte sprachen auch die Mitorganisatorinnen Nicoletta Masotti, Präsidentin des Club Soroptimist Pustertal Val Pusteria und Waltraud Ausserhofer der Raiffeisenkasse Bruneck.
Kein Frieden ohne Gerechtigkeit und ohne Widerstand – mit diesem Leitsatz läutete Heidi Hintner, Oberschullehrerin und feministische Aktivistin ihr Impulsreferat ein, in dem sie die Geschichte der Frauenbewegung als Friedensbewegung beleuchtete, vom Kampf um das Frauenwahlrecht bis hin zu aktuellen Frauenfriedensbewegungen in Südtirol und weltweit.
Bei der anschließenden Podiumsdiskussion betrachteten Teilnehmerinnen das Thema aus ihrer jeweiligen Perspektive. Die Musikerin Alena Savina brachte mit einem Musikstück auf der Geige ihr Credo zum Ausdruck, dass die Musik einen wesentlichen Beitrag zum Frieden leisten könne. Als gebürtige Russin drückte sie auch ihren persönlichen Schmerz über den russischen Angriffskrieg in der Ukraine aus und stellte die These auf, dass es weniger Kriege gebe, wenn mehr Frauen an der Macht wären.
Die Philosophin Nicoletta Cusano sah den Zusammenhang zwischen Frauen und Frieden nicht in der Genetik, sondern in der Historie, da Frauen während vieler Jahre des Leids große Resilienz und Empathie entwickelt haben. Es sei wichtig, den Frieden nicht als spezifisch frau- oder manngemacht zu betrachten, sondern geschlechtsunabhängig zu fördern.
Frauen sind nicht friedfertiger, sie sind nur weniger in Machtpositionen vertreten, so die Künstlerin und Architekin Rina Treml, seit ihrer Studienzeit eine vehemente Verfechterin der Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern.
Frauen wollen Frieden, mit anderen Mitteln als Männer, sagte Heidi Hintner, für die jedenfalls feststehe, dass gleichberechtigte Gesellschaften friedfertiger sind.
Im Laufe der Diskussion stand sehr bald fest, dass das Thema zu groß für einen einzigen Abend ist. Nichts spricht gegen eine Fortsetzung. Diese Anregung kam auch aus dem Publikum. Ihren Abschluss fanden die Frauen.Gespräche beim traditionellen Buffet, das gleichzeitig auch Gelegenheit für einen Austausch über das Gesagte und Gehörte bot.
Die Frauen.Gespräche waren eine gemeinsame Veranstaltung der Stadtgemeinde und Stadtbibliothek Bruneck, des Club Soroptimist Pustertal Val Pusteria, der Raiffeisenkasse Bruneck und des Veranstaltungszentrums NOBIS. Moderiert wurden sie von Judith Steinmair und musikalisch umrahmt von Medea & Aaron Hinteregger.

von links: Michaela Grüner/Stadtbibliothek, Alena Savina, Rina Treml, Nicoletta Cusano, Judith Steinmair, Stefanie Peintner, Nicoletta Masotti, Heidi Hintner, Waltraud Ausserhofer, Marion Niederkofler/NOBIS, Ursula Mayrl/Stadtgemeinde, Monika Crepaz/Raiffeisenkasse Bruneck