Mit einer Regenbogenfahne am Rathausplatz signalisiert die Stadtgemeinde Bruneck anlässlich des Internationalen Tags gegen Homophobie, Lesbophobie Biphobie, und Transphobie am 17. Mai ganz offiziell Offenheit für Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion und positioniert sich somit klar dafür, die von der Verfassung, den Europäischen Bestimmungen und dem internationalen Recht anerkannten Menschenrechte der LGBT+-Personen zu wahren.
Am 17. Mai 1990 beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen. Seit 2005 wird dieser Tag als Aktionstag begangen, um auf die Diskriminierung von Menschen hinzuweisen, die in ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität oder durch ihre Körper von der Heteronormativität abweichen, denn immerhin galt Homosexualität bis 2009 noch in 70 Ländern als strafbar, in einigen davon wurden homosexuelle Handlungen sogar mit der Todesstrafe belegt.
„Als Gemeinde stehen wir klar für Vielfalt und Respekt! Die Regenbogenfahne am Rathausplatz hat insofern keinen dekorativen Charakter, sondern unterstreicht die Haltung der Gemeinde, jedem Menschen, unabhängig von seiner sexuellen Identität, mit Respekt zu begegnen und jedem seine vollen Rechte zuzugestehen. Gesten der Abneigung oder Antihaltung gegenüber dem Anders-Sein dürfen keinen Platz haben. Jedes Individuum verdient es sich, in seinem Sein respektiert zu werden,“ betont Stadträtin Stefanie Peintner.
Sie verweist auch bereits auf den bevorstehenden Pride Month, dem Gedenkmonat Juni, wo LGBTQIA+-Communities auf der ganzen Welt, Freiheit und Vielfalt feiern. „Gemeinsam mit der Künstlerin Sylvie Riant und in Zusammenarbeit mit den Vereinen Lichtung und Diverkstatt und im Besonderen mit den Gemeinderatsmitgliedern Lisa Wierer und Fabian Fistill knüpfen wir einen Teppich in den Regenbogenfarben als Symbol für Vielfalt und Zusammenhalt im Pustertal. Jede und jeder kann Teil des partizipativen Textilkunstwerks werden und ist herzlich eingeladen, ein Stück „Freiheit“ zu schnüren“, lädt die Stadträtin ein. Die Aktion ist bereits gestartet und findet jeden Donnerstag im Mai zwischen 16:00 und 20:00 Uhr im Haus der Vereine, Alte Straße 6A statt. Egal, ob TextilkünstlerIn oder einfach nur neugierig: jede Hand ist willkommen! Materialspenden (Stoffe/Wolle) werden persönlich entgegengenommen.
„Sichtbarkeit schafft Bewusstsein! Mit vielen kleinen Zeichen möchten wir dieses dringend benötigte Bewusstsein für die Herausforderungen schaffen, mit denen die LGBTQIA+-Gemeinschaften immer noch konfrontiert sind“, erklärt Peintner.
Die Stadtgemeinde Bruneck ist seit 2021 Mitglied von RE.A.DY, dem italienischen Netzwerk der Regionen, Autonomen Provinzen und Lokalkörperschaften, das sich dafür einsetzt Diskriminierungen wegen sexueller Orientierung und Genderidentität vorzubeugen, zu bekämpfen und zu überwinden. Das Netzwerk bietet einen Rahmen, auf einer nicht ideologischen Ebene Erfahrungen und Best Practices auszutauschen.
Die Sensibilisierungskampagne ist von der Stadt Bologna und der Region Emilia-Romagna in Zusammenarbeit mit den LGBT+-Vereinigungen des LGBTQIA+-Kooperationspakts der Stadt Bologna erarbeitet und den RE.A.DY-Partnerorganisationen zur Verfügung gestellt worden.